Die Tanzplattform Rhein-Main bietet städteübergreifende Residenzen an – eine ganz besondere Form der Produktionsunterstützung. Dafür wählen das Hessische Staatsballett und das Künstlerhaus Mousonturm gemeinsam eine regionale Künstlerin bzw. einen regionalen Künstler aus, die/der eine neue Produktion in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden entwickeln darf. Neben strukturellem und personellem Engagement ermöglicht und unterstützt die städteübergreifende Residenz die entstehende Produktion auch finanziell maßgeblich.

Im Anschluss an die Produktionsphase wird die neue Arbeit sowohl am Mousonturm als auch in einem der Häuser des Hessischen Staatsballetts präsentiert. Regionale Verankerung und internationale Vernetzung sind die zentralen Stichworte für die städteübergreifenden Residenzen: Die Partner der Tanzplattform Rhein-Main unterstützen die Künstlerinnen und Künstler auch bei der Suche nach anderen internationalen Koproduktionspartnern und vermitteln das Projekt nach der Premiere an weitere Spielorte.

Die nächsten Veranstaltungen

Dezember 2017
Fr 15.12.2017 | 20:00 Uhr
ravvina/veit: Makulatur
Weitere Informationen

ravvina/veit: Makulatur

  • Fr 15.12.2017 | 20:00 Uhr
  • Staatstheater Darmstadt, Kammerspiele, Georg-Büchner-Platz 1, 64283 Darmstadt
  • ab 10,50 Euro | erm. ab 5,25 Euro Tickets

Ideen werden verworfen, Pläne hingeschmissen. In „Makulatur“, einem Projekt, das aus einer Ausstellung und einer Performance besteht und im Rahmen der „Städteübergreifenden Residenz“ der Tanzplattform Rhein-Main entwickelt wurde, widmen sich die Frankfurter Regisseurin Ksenia Ravvina und die Choreografin Kristina Veit dem künstlerisch Randständigen und dem kreativen Überschuss. Nachdem sie beim Tanzfestival Rhein-Main die Ausstellung präsentiert haben, feiert im Dezember die zugehörige Performance im Staatstheater Darmstadt Premiere.

Fr, 15.12., im Anschluss an die Vorstellung: Publikumsgespräch
Sa, 16.12., im Anschluss an die Vorstellung: Wodka und Wurst – Die Party in der Bar der Kammerspiele

Sa 16.12.2017 | 18:00 Uhr
ravvina/veit: Makulatur
Weitere Informationen

ravvina/veit: Makulatur

  • Sa 16.12.2017 | 18:00 Uhr
  • Staatstheater Darmstadt, Kammerspiele, Georg-Büchner-Platz 1, 64283 Darmstadt
  • ab 10,50 Euro | erm. ab 5,25 Euro Tickets

Ideen werden verworfen, Pläne hingeschmissen. In „Makulatur“, einem Projekt, das aus einer Ausstellung und einer Performance besteht und im Rahmen der „Städteübergreifenden Residenz“ der Tanzplattform Rhein-Main entwickelt wurde, widmen sich die Frankfurter Regisseurin Ksenia Ravvina und die Choreografin Kristina Veit dem künstlerisch Randständigen und dem kreativen Überschuss. Nachdem sie beim Tanzfestival Rhein-Main die Ausstellung präsentiert haben, feiert im Dezember die zugehörige Performance im Staatstheater Darmstadt Premiere.

Fr, 15.12., im Anschluss an die Vorstellung: Publikumsgespräch
Sa, 16.12., im Anschluss an die Vorstellung: Wodka und Wurst – Die Party in der Bar der Kammerspiele

Makulatur
© Kristina Veit

ravvina/veit

MAKULATUR

Für das Projekt “Makulatur”, das im Rahmen einer städteübergreifenden Residenz der Tanzplattform Rhein-Main koproduziert und aufgeführt wird, sind Kristina Veit und Ksenia Ravvina auf die Suche nach unverwirklichten Ideen, unvollendeten Konzepten, unfertigen Werken und den Momenten des Abbruchs gegangen. “Makulatur” widmet sich unvollendeten Projekten von Künstlerinnen und Künstlern, die ihren unfertigen Werken eine zweite Chance geben und sich damit an die Öffentlichkeit wagen wollen. Ravvina/veit wollen die Prozesse, Ideen und Konzepte zeigen, die unsichtbar bleiben und trotzdem wichtiger Teil, vielleicht sogar treibende Kraft der darauffolgenden künstlerischen Arbeiten sind.

“Makulatur” ist eine Ausstellung und eine Performance

Die Ergebnisse des von Künstlerinnen und Künstlern eingesendeten Materials nutzen ravvina/veit in zweierlei Hinsicht: Gemeinsam mit dem Architekten Jan Wind wird aus allen Einsendungen eine Ausstellung entwickelt, die im Oktober 2017 im Rahmen des Tanzfestivals Rhein-Main im Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt und im Hessischen Staatstheater Wiesbaden zu sehen sein wird. Die Ausstellung wird einen besonderen Blick auf die eingesendeten Arbeiten thematisieren.

Für die Bühnenarbeit untersuchen ravvina/veit mit drei Performern und Performerinnen die Einsendungen auf ihre Inhalte, Zusammenhänge und Texturen. Die Motive des Aufgebens, Abbrechens und Loslassens rücken ebenso in den Vordergrund wie die Bedeutung jeder noch so kleinen verworfenen Idee.

Makulatur wird gefördert durch: die Stadt Frankfurt am Main

Das KünstlerinnenKollektiv ravvina/veit arbeitet bereits seit 5 Jahren an einer eigenen radikalen Formsprache zwischen Tanz, Theater und Performance. Es entstanden mehrere Projekte an deutschen Bühnen, unter anderem Projekte für das Hessische Staatstheater Wiesbaden, das Theater und Orchester Heidelberg sowie diverse Arbeiten in Kooperation mit dem Künstlerhaus Mousonturm, dem Frankfurt LAB und der Schwankhalle in Bremen.

Puppets_Titel
© Jörg Baumann

Paula Rosolen

Erste Residentin dieses Projektmoduls war die Frankfurter Choreografin Paula Rosolen, die im Rahmen einer städteübergreifenden Residenz ihr neues Stück „Puppets“ entwickelte. Rosolen hatte schon vor ihrer Residenz mit dem Hessischen Staatsballett und dem Mousonturm gearbeitet. In „Puppets“ setzt sie die Erforschung versteckter choreografischer Strukturen fort, die sie mit „Piano Men“ und „Libretto“ begonnen hat. Im Zentrum stehen die Bewegungen von Puppenspielern beim Führen von Puppen, die Rosolen auf ihre choreografischen Potentiale untersucht.

Während über viele Jahrhunderte, nicht zuletzt durch den berühmten Aufsatz „Über das Marionettentheater“ von Heinrich von Kleist, die Metapher der Puppe genutzt wird, um das Ideal eines vollständig manipulierbaren und beherrschbaren Tänzerkörpers zu beschreiben, richtet Rosolen den Blick nun auf die Körper, die eigentlich hinter den Puppen stehen. Rosolen interessiert sich dabei besonders für die Gruppenchoreografien, die entstehen, wenn mehrere Spieler eine große Puppe zusammenführen. Der emotionale Ausdruck der Puppe ebenso wie der harmonische Rhythmus entsteht durch eine besondere Form der zurückgenommenen Synchronisation der Spieler. Zur Vorbereitung des Stücks arbeitete Rosolen nicht nur in Frankfurt und Darmstadt. Sie war auch Residentin des Goethe-Instituts in der Villa Kamogawa in Kyoto und forschte dort zum japanischen Puppenspiel „Bunraku“.

Paula Rosolen studierte Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt sowie Choreografie und Performance an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich regelmäßig mit ignorierten Phänomenen in Tanz und Theater und untersucht diese auf ihre choreografischen Potentiale. In ihrem Stück „Aerobics! Ein Ballett in drei Akten“, mit dem sie den renommierten Preis „Danse élargie“ im Pariser Théâtre de la Ville gewann und zur Tanzplattform Deutschland 2016 eingeladen wurde, dekonstruiert sie die Bewegungsmuster von Aerobic und schließt sie mit Kompositionsprinzipien des romantischen Balletts kurz.

Paula Rosolens Arbeiten wurden in Deutschland sowie international in wichtigen Theatern und Festivals aufgeführt, u.a. bei ZKM Karlsruhe, Pact Zollverein, Frankfurt LAB, Künstlerhaus Mousonturm, Kampnagel, European Festival for Contemporary Dance Poland und Centro Cultural de la Cooperación in Buenos Aires.

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