Choreografinnen und Choreografen sind eingeladen, mobile Tanzproduktionen mit professionellen Tänzerinnen und Tänzern in der Rhein-Main-Region zu erarbeiten, die den konventionellen Theaterraum verlassen und an außergewöhnlichen Aufführungsorten , wie z.B. im Klassenzimmer, Gemeindezentrum, Tennisclub, dem Bus oder auf freiem Feld, präsentiert werden können. Das mobile Stück soll nach seiner Fertigstellung durch die Region touren. Das Ensemble Mobil lädt Tanzschaffende ein, neue Spielorte und eine regionale Öffentlichkeit auch jenseits der Großstädte als künstlerisches Arbeitsfeld zu erschließen. Zugleich führt es Zuschauergruppen, die an ihrem Wohnort nur wenig Zugang zu Tanz haben, mit Tanzschaffenden der zeitgenössischen Szene zusammen – möglichst schon während der Probenzeit der mobilen Produktion.

AUDITION FÜR TÄNZER*INNEN zum Ensemble Mobil II

Die Choreografin Canan Erek sucht Tänzer*innen für ihre neue Produktion, die als das zweite Ensemble Mobil der Tanzplattform Rhein-Main in verschiedenen (Kur-)Parks in der Rhein-Main-Region (voraussichtlich in Wiesbaden, Darmstadt, Bad Homburg) realisiert wird.

Die Produktion beschäftigt sich mit der Beziehung des Menschen zur gestalteten Natur im städtischen Raum. Canan Erek entwickelte bereits mehrere Projekte im öffentlichen Raum und möchte nun in den Alltag städtischer Parkanlagen hinein intervenieren. Dabei steht nicht nur die Interaktion mit der vorhandenen „Natur-Raum-Landschaft“ im Fokus, sondern auch ein aktiver Prozess mit den Zuschauer*innen und anderen im Park Anwesenden.

Voraussetzungen:
- Ausbildung in zeitgenössischer Tanztechnik
- mind. 3 Jahre professionelle Bühnenerfahrung
- Erfahrung mit Partnerarbeit und Improvisation
- Experimentierfreude

Studierende und Künstler*innen mit Lebens- und Arbeitsschwerpunkt in der Region werden bevorzugt.

Probenphase I: zwischen dem 01.07. und 13.07.2017
Probenphase II: 25.08. – 11.09.2017
Premiere und Aufführungen: zwischen dem 12.-20.09.2017
Veranstaltungsort: (Kur-)Parkanlagen in der Rhein-Main-Region

Alle Beteiligten des Ensemble Mobil erhalten ein Pauschalhonorar. Unterkunftskosten während der Proben und Aufführungsphase können nicht übernommen werden.
Die Anreisekosten bzw. sonstige Kosten für die Audition werden nicht erstattet.

Die Audition findet am Do. 22. + Fr. 23.06.2017 in Frankfurt statt.

Wir bitten um Anmeldung mit Lebenslauf bis zum 10. Juni an info@tanzplattformrheinmain.de

Die Vorauswahl und Einladung erfolgt bis zum 12. Juni 2017.

Lina Lindheimer: As we are waiting

Das erste Stück in der „Ensemble Mobil“-Reihe war die Performance „As We Are Waiting“ von der Choreografin Lina Lindheimer. Die Präsentation findet im Warteraum eines Frankfurter Jobcenters statt und macht die Menschen zu Protagonisten, die dort sitzen und warten. Den Raum hat Lina Lindheimer gewählt, weil er einen Zwischenraum bildet – einen Raum zwischen vermeintlichem Nichtstun und wieder-einen-Job-finden, zwischen Stillstand und neuer Bewegung. Doch Warten muss nicht unbedingt Stillstand bedeuten. Choreografinnen und Choreografen verstehen Pausen als Bestandteil von etwas Ganzen. Stillstand existiert für sie nicht. „Was tun wir, während wir nichts tun?“, fragt sich Lina Lindheimer deshalb – und gibt diese Frage an die Wartenden im Jobcenter weiter. Die Performer schlüpfen dann in die Rolle der Wartenden und folgen Träumen und persönlichen Utopien. Gemeinsam schaffen die Anwesenden so einen Perspektivwechsel, der den Blick auf das Potential und die Bewegung im scheinbaren Stillstand schärft.

Die Performance hat an vier Tagen im Februar 2017 im Jobcenter Frankfurt-Ost stattgefunden und wird im Juni 2017 in Jobcentern in Wiesbaden und in Hofheim zur Aufführung gebracht. Sie ist ausschließlich für die Menschen zugänglich, die zum Präsentationszeitpunkt zufällig dort warten.

Idee/Konzeption: Lina Lindheimer
Umsetzung: Katja Dreyer, Mart Kangro, René Liebert, Lina Lindheimer, Lito Walkey
Ton: Nils Weishaupt
Bühne: Anne Kuhn, René Liebert
Performed von Mart Kangro, Lito Walkey, Katja Dreyer

Mit freundlicher Unterstützung durch das Jobcenter Frankfurt am Main, das Kommunale Jobcenter Wiesbaden und den Kreisausschuss des Main-Taunus-Kreises.

Lina Lindheimer, Jahrgang 1979, lebt in Berlin. Sie studierte zeitgenössischen Tanz, Choreografie und Performance in Arnhem und Gießen. Neben ihrer Tätigkeit als Tänzerin und Performerin arbeitet sie seit 2004 auch als Choreografin. Sie entwickelt sowohl eigene Stücke, als auch Gemeinschafts- und Auftragsarbeiten, u.a. für das Collaboration in Arts-Projekt in Estland, den Pact Zollverein, die Semperoper Dresden und das Harlekijn Danstheater von Herman von Veen. Von der Fabrik Potsdam und am K3-Zentrum für Choreografie auf Kampnagel in Hamburg wurde sie als Residenzchoreografin eingeladen. Lina Lindheimers Werke beziehen oft eine Außenperspektive auf den zeitgenössischen Tanz ein, so hat sie zum Beispiel für die Produktion „Berliner Tänzer“ (2004) alle Menschen, die im Berliner Telefonbuch unter dem Namen Tänzer aufgeführt waren, zum Thema Tanz befragt. Und für die Choreografie „SOLO (Standing on the shoulders of giants)“ (2007) arbeitete sie ausschließlich mit Bewegungen von Passanten, die sie zufällig in Hamburg traf und die keine Profitänzer waren.

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