(c) Jörg Baumann
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Choreografische Werkstatt

Drei Fragen an Anna Wagner & Bruno Heynderickx, Kurator*innen der Tanzplattform Rhein-Main

Warum bietet ihr das Format der choreografischen Werkstatt an?

Bruno: Das Format richtet sich an junge Choreograf*innen, die gerade anfangen selbst Stücke zu entwickeln, aber auch an Künstler*innen, die schon eigene Arbeiten choreografiert haben und an etwas Neuem arbeiten. Hier können sie Teile ihrer noch nicht abgeschlossenen Arbeit, einem Publikum zeigen.


Anna: Wir denken, dass es produktiv ist, bestimmte Zustände einer Arbeit einem Publikum zu zeigen und mit anderen Menschen zu teilen. Auf der einen Seite bekommen die Künstler*innen so ein frühes Feedback und auf der anderen Seite bietet die choreografische Werkstatt eine Atmosphäre in der sich die Künstler*innen, die etwas präsentieren, auch untereinander austauschen können.

Wie kann man sich den Ablauf einer choreografischen Werkstatt vorstellen?

Bruno: Wir brauchen von den Bewerber*innen eine kurze Beschreibung an welchem Projekt sie arbeiten. Aus den Einreichungen treffen wir eine Auswahl und laden drei Künstler*innen ein auf einer Bühne in Darmstadt, Wiesbaden oder Frankfurt einen Arbeitsstand von 15-20 Minuten zu zeigen. Nach jeder Präsentation moderieren wir ein Gespräch mit den Künstler*innen und dem Publikum über das Gesehene.

Was sind die Vorteile für Choreograf*innen? Warum sollte ich mich bewerben?

Anna: Es ist die Chance seine Arbeit in einem frühen Stadium zu präsentieren und sich so bereits früh über ihre Wirkung und mögiche Zielgruppen Gedanken zu machen. Häufig arbeiten Choreograf*innen ja sehr isoliert in einem Studio und kommen lediglich Feedback von engen Kolleg*innen. Wir laden die Künstler*innen ein, aus ihrem „Schneckenhaus“ herauszukommen und Ideen dennoch in einem geschützten Rahmen zu präsentieren. Die Werkstatt ist außerdem eine tolle Gelegenheit mit dem Team der Tanzplattform Rhein-Main in Kontakt zu kommen. Für uns ist aufregend unterschiedlichste Arten sich künstlerisch auszudrücken kennen zu lernen und mit vielen Tanzschaffenden in der Region erstmals in einen Austausch zu kommen.