Als Produktionshaus für freie Künstlerinnen und Künstler sind für den Mousonturm Residenzen eine wichtige Säule seiner Arbeit.

Tanzplage Frankfurt

20 Bewegungswütige gesucht!

Workshop 07.-11.05.2018 / Aufführung: 12.05.2018

Wer Lust auf körperliche Ausnahmezustände, das Bewegen in einer Gruppe und eine abschließende Aufführung im Künstlerhaus Mousonturm hat, ist bei TANZPLAGE FRANKFURT genau richtig.
Inspiriert von den Tanzepidemien, die den Überlieferungen zufolge vor allem im Mittelalter Menschen wochenlang in ekstatische Tänze versetzten, lädt die Berliner Choreografin Lea Martini zwanzig Menschen unterschiedlichen Alters zu einem außergewöhnlichen Projekt ein. Eine Tanzausbildung ist nicht notwendig, Bewegungserfahrung und eine sportliche Grundkonstitution sind nützlich.

In einem kompakten Workshop vom 07.-11. Mai 2018 werden wir ausdauernde, ekstatische Bewegungsmeditationen machen, die auch Grundlage der abschließenden Performance sind. Ausgehend von dem Begriff der „Ansteckung“ erforschen wir tänzerisch, wie eine gemeinsame Bewegung entsteht, bei der wir so durchlässig werden, dass alles uns Umgebende uns beeinflussen kann. Unser Atem, unser Puls, alles an unserem Körper wird zum Träger von etwas Viralem, das durch die Bewegung Sichtbarkeit und Ausdruck bekommt. Es geht vor allem darum, sich bedingungslos dem gemeinsamen Rhythmus hinzugeben und zusammen weiter zu gehen, als wir es alleine je könnten. Und das Theater als Ort einer gemeinsamen, sich solidarisierenden Bewegung zu kultivieren, ganz sichtbar und bis hin zu zellulären Ebenen. Die Gruppenchoreografie wird Teil eines Performanceabends sein, der auch ein Konzert im Liegen, ein Solo und einen kleinen Film umfasst und der schließlich den Ausbruch der Tanzplage in Frankfurt am 12. Mai feiert.

Lea Martini arbeitet seit vielen Jahren mit körperlichen Extremen und erforscht populäre und randständige Erscheinungsformen von Tanz. Sie studierte Tanz und Choreografie in Berlin, Arnheim und Amsterdam und gründete verschiedene choreografische Kollaborationen wie das Performancekollektiv White Horse und Deter/Müller/ Martini. Ihre weltweit tourende Performance „Trip“, die sich mit Gesten und Körperbildern von Aufständen und Revolutionen beschäftigte, erhielt 2011 mit einer für die Dansgroup Amsterdam adaptierten Version den Tanzpreis Het Zwaan. TANZPLAGE wurde bereits in drei verschiedenen Versionen mit lokalen Tänzer*innengruppen in Berlin, Göteborg und Düsseldorf erarbeitet.

Die Teilnahme ist kostenlos und nur für den gesamten Zeitraum möglich!
Offen für alle Menschen ab 18 Jahren
Ort: Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt
Workshop: Mo.-Mi. 07.-09.05.2018 16-21 Uhr, Do. 10.05.2018 11-17 Uhr, Fr. 11.05.2018 18-21 Uhr
Aufführung: Sa. 12.05.2018 20 Uhr

Anmeldung bis 20.03.2018 unter: anmeldung@tanzplattformrheinmain.de

Bitte schreiben Sie uns Ihren Namen, Ihr Alter und in drei Sätzen, warum Sie gerne bei TANZPLAGE dabei wären.
Wir geben Ihnen bis 05.04.2018 Bescheid, ob Sie an dem Workshop und der Aufführung teilnehmen können.

Die bisherigen Residenzen der Tanzplattform Rhein-Main in Frankfurt

May Zahrhy: Next to Near_3
© Tamar Lamm

May Zarhy
Im Februar 2017 war May Zarhy, Mitglied des Choreografen-Trios MAMAZA, zu einer Residenz eingeladen. Sie erarbeitete Teile ihrer neuen Produktion “Next to near”. Gemeinsam mit dem Komponisten Tian Rotteveel und dem Choreografen Hermann Heisig, der als Spezialist für Slapstick und absurdes Timing gilt, setzte sich Zarhy mit einem zentralen Paradox unserer Zeit auseinander: Dank Videotelefonie und Billigfliegern fühlen wir uns verbunden mit weit entfernten Menschen und entfremden uns gleichzeitig von unserer unmittelbaren Umwelt. In einer offenen Probe am 15. Februar 2017 gab das Trio Einblicke in seinen Arbeitsprozess und in seine Beschäftigung mit dem absurden Verhältnis von Entfernung und Intimität.

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