Max Levy – Meditations

15.6-23.6. | Darmstadt

Meditations ist eine Reise der Selbstkritik, des Scheiterns und der Vergebung, da zwei Tänzer es versäumen, eine Tanzshow in allen Details auszuführen. Im Kampf um die „perfekte Show“ offenbart das angespannte Verhältnis der Männer nicht nur die mentalen Schwierigkeiten des Tanzes, sondern auch die Lasten und Verantwortungen zweier Künstler, die mit- und füreinander arbeiten. In einer Gesellschaft, die ständig nach Erfolg verlangt, schultern wir alle den Vergleichs- und Validierungsdruck. Produktivität, Glück und Reichtum erzwingen eine Hierarchie der Selbstzufriedenheit, die einen Kreislauf subtiler Eifersucht antreibt, um selbst gesunde Bemühungen in einen Wettlauf um das Glück zu verwandeln. Meditationen machen in diesen täglichen Kämpfen Atempausen; einen Moment zwischen den Momenten zu reflektieren, um uns selbst besser zu sehen.

„Als ich mir einer Veränderung bewusst wurde, sie aber erst danach bemerkte, begann ich mich zu fragen, wie solche Momente an mir vorbeigehen konnten. Wie konzentriert/verloren war ich gewesen, dass so viel Zeit ohne Vorankündigung vergehen konnte? Wie hatte ich nicht gesehen, wie sich der Himmel im Laufe des Tages verfärbte? Wie hatte ich nicht gemerkt, dass ich mich verliebe oder entliebe, bis mein Herz weit geöffnet war? Ich würde es immer hinterher merken. Es waren diese Momente nach der Tatsache, die mich dazu brachten, über diese grauen Zwischenphasen nachzudenken, die ich so konzentriert und unbewusst gewesen war. Da war immer etwas aus dem Augenwinkel, das ich vergessen habe zuzugeben.“

26.1.-8.2.2021 | Frankfurt

Recherche für Auswege (AT)

Auswege (AT) spricht über die verrückte spirituelle Bewältigungsstrategie in Krisenzeiten: Was wir als existenzielle Figuren folgen, wenn wir den Ausfall unser Lebensstruktur nicht recht erahnen wollen. Es stellt zwei Tänzer-innen vor, die nach dem Verlieren ihrer konkreten Lebenswege, die Realität mit Träumen, Absurdität und Halluzination zu verwirren anfangen. Als Menschen die keine konkrete Antwort für neue Herausforderungen und Fragen haben, greifen darauf mit Fantasie und Wirklichkeitsflucht zurück.

Das Thema kommt selbstverständlich aus der bizarren Verwandlung unser Gesellschaft während und nach der Corona Krise. Wir haben alle die Änderung unser Prioritäten und Werte durch Isolation und Beschränkung unser Freiheit gespürt. Aber anstatt die einsamen und persönlichen Fragen als Facetten zu ersetzen, diskutiert Auswege die geistliche Abweichung von unerwünschten menschlichen Kämpfen. Er hinterfragt uns wie oft und tief wir unsere seelische Konfrontationen vermeiden und was für Lösungen wir als Ersatz zur Realität übernehmen. Ein Tänzer und eine Tänzerin spielen als zwei Menschen, deren Lebensgründe sich verschoben haben. Beide haben die Möglichkeit diese Realität direkt anzuschauen; eine Möglichkeit durch diese Wildheit Zweisamkeit zu finden. Allerdings mit Angst vor der unfassbaren Zukunft, bleiben sie blind für einander, blind für Realität. Sie lehnen diese echte Weiterlösung unbewusst ab, in Suche nach abschreckenden Optionen in die sie zurücktreten können.

Biografie

Der in Tokio geborene Max Levy absolvierte seine Ausbildung beim renommierten San Francisco Ballet unter der Leitung von Jean-Yves Esquerre. Als Tänzer wurde er beim American Repertory Ballet und Charlotte Ballet sowie als Solist beim Staatsballett Nürnberg unter der Leitung von Goyo Montero engagiert. Er hat zahlreiche Rollen von prominenten Choreografen getanzt, darunter Crystal Pite, William Forsythe, Johan Inger, Mats Ek, Ohad Naharin, Christian Spuck, Cayetano Soto, Goyo Montero und Jeroen Verbruggen. Er wurde 2015 von Dance Europe als „Most Outstanding Performance by a Male Dancer“ ausgewählt.

Seine Choreografien wurden an Abenden mit dem Staatsballett Nürnberg, den Performing Arts Festival Berlin, dem Freier Tanz im Delta Festival in Mannheim sowie mit Exerzitien des Staatsballetts Berlin aufgeführt. Er wurde für das erste ChoreoLab – Made in UlmResidency im Jahr 2019 ausgewählt und war Finalist beim 32. Internationalen Choreografie-Wettbewerb Hannover, beim Internationalen Duett-Choreografie-Wettbewerb Rotterdam, beim SOLOCOREOGRAFICO und beim Dansk Dance Festival. Seine abendfüllende Arbeit Meditations wurde an ausverkauften Abenden im ACUD Theater in Berlin eröffnet. Heute arbeitet er als internationaler freiberuflicher Tänzer und Choreograf in Deutschland und bringt einen meditativen Ansatz für sportliche, bewegungsgetriebene Arbeiten in eine Welt der distanzierten Fantasie

7.7.-9.7.2020 | Darmstadt

The Breach (Arbeitstitel) versucht, den Grenzen zu entkommen, die wir um uns herum konstruieren. Indem wir selbst gemachte Einschränkungen schaffen, kristallisieren wir unsere Gedanken, entfernen aber die unergründlichen Optionen, die außerhalb unserer Wahrnehmung liegen. Im Austausch für geistige Gesundheit wird unsere Welt verengt. The Breach ist eine Vokiferation für mehr; ein Wunsch nach dem Unlogischen, Unerklärten und Jenseitigen. The Breach ist in seiner endgültigen Form als Film gedacht und konzentriert seine Forschung auf physikalische Einschränkungen des Raums, die Vielfalt durch einen einzigen Körper und das Gleichgewicht zwischen choreografischer Sprache und filmischer Ästhetik.

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