Choreografische Werkstatt
© Isidora Markovic, Evie Poaros, Eng Kai Er

Choreografische Werkstatt

mit Gal Fefferman, Isidora Markovic und Eng Kai Er

Die Choreografische Werkstatt bietet lokalen und regionalen Tanzschaffenden die Gelegenheit, Work- in-Progress- oder Rechercheprojekte zu präsentieren, einen Einblick in aktuelle Fragestellungen und ihre Arbeitsweisen zu geben und in einem anschließenden Gespräch zur Diskussion zu stellen.

14.9.2020 | 19.30 Uhr
Frankfurt LAB
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Diskussion auf Englisch

“Try- Out #1”

Gal Fefferman

In „Try-Out #1“ Treffen zwei performative Formen aufeinander, der zeitgenössische und der klassische Gesang. Ziel des Aufeinandertreffens ist es, die Ästhetik beider Formen in Frage zu stellen und eine neue fragile, performative Sprache zu entwickeln. In „Try-Out #1“ setzen sich drei professionelle Performer*innen, zwei Tänzer*innen (am 14.09. nur eine Tänzerin) und eine Sängerin mit der überwältigenden Erfahrung des Singens und Tanzens zur gleichen Zeit auseinander.
Als Ausgangspunkt ihrer musikalischen Recherche während der Corona-Zeit, wählten die Künstler*innen das Thema “Women in isolation” – Frauen in Isolation, mit dem Ziel Raum für weibliche Präsenz und Erzählung, speziell im Kontext der zeitgenössischen Musik zu schaffen.

© Evie Poaros

Gal Fefferman stammt aus Tel Aviv, Israel. Dort schloss sie 2011 ihre erste professionelle Bühnentanz Ausbildung in der “Maslool- Bikurey Ha’itim” ab. 2016 absolvierte sie ihren BA in Zeitgenössischem Tanz an der HfMdK Frankfurt und arbeitet seitdem als freischaffende Tänzerin, Performerin und Choreografin im Rhein-Main Gebiet. 2016 war sie in Jérôme Bels “Gala” (2016) im Mousonturm Frankfurt und bei der Wiesbaden Biennale und 2018 in der Tanzproduktion “UNLIKELY CREATURES (drei) us hearing voices“ von Billinger & Schulz beteiligt. Seit 2016 arbeitet sie eng mit Simon Möllendorf zusammen, einem der Mitbegründer von StudioNAXOS (Naxos Halle, FfM) und dem Kollektiv “Dorfproduct”. Parallel zu ihrer Erfahrung auf der Bühne professionalisierte sich Gal als Inspizientin, Regieassistentin und choreographische Assistentin in unterschiedlichen Opernhäusern und Produktionen. Im Frühjahr 2017 debütierte sie als Choreografin in dem szenischen Konzert “The Melting Pot” in Kollaboration mit der Kammerphilharmonie Frankfurt. Beim “Cantiere Internationale d’Arte” in Montepulciano im Sommer 2018 übernahm sie die Choreografie in der Oper “L’impressario in Angustie”. In der Produktion “Person A” des Choreograph*innenduos Orla McCarthy und Max Makowski arbeitete sie 2018 als Tanz-Dramaturgin. Im Winter 2019 war sie choreographische Mitarbeiterin des Regisseurs Claus Guth für die Produktion “Lullaby Experience” (des Komponisten Pascal Dusapin zusammen mit dem Ensemble Modern).

„36“

Isidora Markovic

Im Rechercheprozesses für das Tanzstück/Tanzfilm „36“ suchen die Künstler*innen nach einer einfachen und traditionellen Lösung für die Platzeinschränkungen die den Performer*innen in der aktuellen Zeit aufgezwungen werden. Die Vorschriften, die zum Ziel haben uns selbst zu beschützen schaffen eine physische Distanz zwischen zwei Körpern von 6 Metern. Nach diesen Regeln hat jede Person im Moment nicht mehr als 36 Quadratmeter für sich. Isadora Markovic untersucht die verschiedenen Möglichkeiten wie sich drei Tänzer*innen und deren Bewegungen im Raum organisieren lassen, ohne dass sie das dadurch entstehende Kreuz verlassen. Die Künstlerin schafft 36 Bewegungssequenzen, die sich gegenseitig Beeinflussen ob wir das wollen oder nicht. Isadora Markovic untersucht die Grenzen, die innerhalb der uns auferlegten Grenzen liegen und ob etwas, das sich als Hindernis darstellt, dazu verwendet werden kann, uns auf der Suche nach neuen Lösungen zu befeuern.

Isidora Markovic, geboren in Serbien, begonn bereits im Kindesalter mit dem Tanzen. Beim Tanzolym in Berlin gewann sie die Silbermedaille und beendete daraufhin ihre Tanzausbildung an der Ballett Akademie der Hochschule für Musik und Theater in München. Sie tanzte in der Junior Company des Bayerischen Staatsballetts, am Nürnberger Ballett und ist aktuell Mitglied des Hessischen Staatsballetts. Während ihrer Kariere nahm sie an verschiedenen Workshops und Rechercheprogrammen bei Companien wie Rosas oder Ultima Vez teil. Sie choreografierte außerdem für den Abend der Jungen Choreografen in Nürnberg und in Wiesbaden.

100 Advertisements

Eng Kai Er

100 Advertisements ist ein fortlaufendes Projekt, bei dem Eng Kai Er 100 Werbeanzeigen für imaginäre Produkte und Dienstleistungen erstellte, die sich Leute wünschen könnten. Das Projekt startete im März 2020 während des Corona Lockdown. Es ist eine persönliche Dokumentation der Zeit, teils Coronatagebuch, teils Wunschgedanken. Manche der Werbeanzeigen sind düsterer, andere unsinnig, wieder andere hoffnungsvoll. In diesen Zeiten war/ist nicht jede Pille einfach zu schlucken, aber für Eng Kai Er war das aufschreiben ihrer Gedanken in Werbetexten eine hilfreiche Transformation ihrer Gedanken.

Eng Kai Er kreiert Performances und Stücke für die Bühne sowie für Galerien, Filme oder andere Kontexte. Sie studiert seit 2019 den Master Choreografie und Performance in Giesen. Ihre aktuellsten Performances sind „Blunt Knife“ (2018), ein autobiografisches Solo mit Inline Skates für das klassische Black-Box Theaterformat sowie zwei Internetformate „Stay-Home Kitty-Cat Show“ (2020) und „skin on screen“ (2020) welches gemeinsam mit Dana Maxim entstand und via Google Doc, Zoom und YouTube das Thema Nacktheit diskutierte. Beide Stücke wurden beim Festival „Digitale Theatermaschine“ am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Giesen gezeigt. Eng Kai Er beschreibt ihre Arbeit als intim, persönlich und lustig.

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